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MP System GmbH übernimmt Metabo-Standort in Meppen

Sonntag, 30. Mai 2010

Nürtingen, Mai 2010. Metabo hat für das Produktionswerk Meppen einen Käufer gefunden, der dem Standort eine langfristige Zukunft bietet: Wie am Mittwoch, 26. Mai 2010 vertraglich vereinbart, übernimmt die MP System GmbH (ein Unternehmen der Purkart-Gruppe, zu welcher auch die Purkart Systemkomponenten GmbH & CO. KG aus Großrückerswalde im Erzgebirge gehört) zum 1. Juli 2010 den Fertigungsstandort. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Im Zuge einer Neuausrichtung hatte Metabo bereits 2009 angekündigt, die Fertigung in Meppen Mitte 2011 einzustellen. „Es war strategisch wichtig, uns auf die Produktionsstandorte Nürtingen und Shanghai zu konzentrieren. Doch wir fühlen uns den Mitarbeitern im Emsland nach wie vor verpflichtet. Deshalb haben wir nach einem Partner gesucht, der das Know-how der Mitarbeiter und die hervorragende Ausstattung des Standortes nutzen und die Produktion erweitern möchte“, sagt Horst W. Garbrecht, Vorstandsvorsitzender der Metabo AG.

Purkart will nach aktuellem Stand rund die Hälfte der derzeit 130 Beschäftigten übernehmen und verspricht sich vom Standort Meppen eine sinnvolle Ergänzung des bisherigen Angebotsspektrums. Das Unternehmen ist auf die effiziente Bearbeitung und Veredelung von Metallen spezialisiert. Seine Stärke ist die Fertigung kompletter Baugruppen für die Automobilindustrie, Bauindustrie sowie die Branchen Klimatechnik, Druckmaschinen, Feingeräte und Krankenhausausstattung. Seit der Gründung 1995 ist Purkart auf derzeit 190 Mitarbeiter und einen Umsatz von 16 Millionen Euro im Jahr 2009 gewachsen. „Meppen bietet uns ideale Bedingungen, um in unserem Kerngeschäft, der Metallverarbeitung, weiter zu expandieren. Vor allem die Erfahrung und Kompetenz der Fachkräfte und die moderne Betriebsausstattung haben uns überzeugt“, sagt Mike Purkart, Geschäftsführer von MP System GmbH.

Zudem erwirbt das sächsische Unternehmen die Lizenz für die Marke „Elektra Beckum“, die traditionell mit dem Standort verbunden ist. Unter diesem Namen will Purkart die Produktgruppen Schweißgeräte, Holzspalter und Brennholz-Wippsägen weiterführen, die Metabo zum Jahreswechsel aus dem Sortiment genommen hat. „Wir können uns auch gut vorstellen, mit der Marke in neue und wachstumsstarke Branchen wie die Solarindustrie vorzustoßen“, sagt Mike Purkart. Vertraglich ausgeschlossen wurde dagegen die Fertigung von Produkten, die sich mit dem Programm von Metabo überschneiden. Ein weiteres Standbein für Purkart ist die Lieferung von Teilen an Metabo. Der Nürtinger Elektrowerkzeug-Hersteller verlagert aktuell die Produktion seiner halbstationären Holzbearbeitungsmaschinen von Meppen nach Nürtingen, wird aber weiterhin Blechteile aus dem Werk in Meppen beziehen. Das Produktprogramm von Metabo bleibt von dem Betriebsübergang unberührt.

Dass der neue Eigentümer möglichst viele der vom Wegfall bedrohten Arbeitsplätze erhält, war Metabo bei der Suche nach einem geeigneten Partner wichtig, betont Garbrecht. Purkart möchte die Mitarbeiter zu den gleichen finanziellen Konditionen wie in den aktuellen Arbeitsverträgen mit Metabo übernehmen. Geplant ist jedoch eine Verlängerung der Arbeitszeit auf 40 Stunden pro Woche. „Die Belegschaft ist grundsätzlich zu Zugeständnissen bereit, wenn eine langfristige Perspektive des Standortes gesichert ist“, sagt Joachim Roskoschinski, Betriebsratsvorsitzender bei Metabo in Meppen. „Wir sind überzeugt, dass der Standort bei Purkart in guten Händen ist und eine sichere Zukunft hat. Die Verhandlungen verliefen von Anfang an positiv“, so Markus Sauermann, der als Leiter Fertigungscontrolling bei Metabo den Verkaufsprozess geführt hat.
Quelle: Metabo.de